BONUS d' escargot
Künstlerhaus Esslingen NGO / Produzentengalerie
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Salon am Montag

Montag 05. Mai 2003, 19.00 Uhr / Ort: Cafe Lux, Esslingen a. N.

Das Thema:

Too many words

Gibt es in Esslingen eine Boheme?

„vor meiner tür ist eine ecke, gebildet von einem demolierten gewächshaus und einer andern mauer. es gibt gras und tannen, wilde rosenstöcke an den mauern. ich hab einen dünnen wirtsgartentisch und die bank dazu aufgetrieben, mit eisernen beinen und den resten eines weißen anstriches, sehr elegant. aber die zufriedenheit des horaz mißfällt mir sehr.“
Bertolt Brecht. Über die bildenden Künste. 1952

Künstlerkreise, die sich bewußt außerhalb der bürgerlichen Gesellschaft etablieren, sind oft mit romantischen Vorstellungen behaftet. Die Boheme, unbekümmert, leichtlebig und unkonventionell, verlacht und bewundert, stellt eine seltsam prominente Subkultur am Rande städtischer Öffentlichkeit dar, vorangetrieben und aufrechterhalten von Menschen, denen vor allem Beweglichkeit und Unabhängigkeit wichtig ist. Nutznießer ihrer unermüdlichen Tätigkeit ist das städtische Leben: Eine gern gesehene Zierde der Gesellschaft, die provoziert, amüsiert, protestiert und initiiert. Die Boheme ist längst eine Institution (groß)städtischer Kultur – oder nur ein Mythos?

Über Kultur geredet wird in Esslingen viel – Kultur gemacht auch. Was aber erwartet die Stadt und ihre Bürger von der Kultur und ihren Künstlern und was die Künstler von der Stadt und deren Bürger? Gibt es angesichts der marktwirtschaftlichen Situation noch Raum und finanzielle Möglichkeiten für künstlerische Initiativen und gibt es noch Künstler in Esslingen, denen gerade das an sich egal sein muß?

„Weder die Künstler noch ihre Historiker können von der Schuld an unseren Zuständen freigesprochen werden, noch entbunden von der Verpflichtung, an der Änderung des Zustände zu arbeiten.“
Bertolt Brecht. Über die bildenden Künste. 1952